Zeche Nachtigall. Foto: RIK / Guntram Walter
Zeche Nachtigall. Foto: RIK / Guntram Walter

Zeche Nachtigall

Im Zuge des Ersten Weltkrieges werden Kohlereste aus einigen Gruben und Stollen im Muttental abgebaut. Die Wiederaufnahme des Kohlenabbaus dauert aber nicht lange. Schon in den 1920er Jahren wird die Arbeit aufgrund der Weltwirtschaftskrise wieder eingestellt. Als letzte Tiefbauzeche im Gebiet Witten wird 1928 die Zeche Herrmann stillgelegt. Im sog. Nachlesebergbau von 1934 bis 1955 werden zunächst, bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, wiederum Reste der Kohlenvorkommen in den Nachtigallstollen abgebaut. Wirtschaftliche Rentabilität spielte keine Rolle. In den Zeiten großer wirtschaftlicher Not bedeutete jedes Stück Kohle ein wenig Wärme. Durch die Stabilisierung der deutschen Wirtschaft im Wirtschaftswunder erloscht der Abbau im eigentlichen Muttental, nur die benachbarte Kleinzeche "Egbert" fördert noch bis 1973.

Die Ziegelei auf dem Gelände der Zeche Nachtigall schließt im Jahre 1963. Kleinere Betriebe, wie z.B. ein Autoverwertungsbetrieb und eine Kranzbinderei, halten Einzug auf das ehemalige Zechengelände - aber nur für kurze Zeit. Die Gebäude verfallen immer mehr, die Zechenwohnhäuser werden 1966 abgerissen. 1983 übernimmt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Zeche Nachtigall in das Westfälische Industriemuseum (WIM). Von der 1714 erstmals urkundlich erwähnten Zeche sind zu diesem Zeitpunkt noch das Maschinenhaus mit einer Dampffördermaschine, ein Betriebsgebäude und der Kesselhausschornstein erhalten.

In den drei erhaltenen Betriebsgebäuden der Zeche kann man sich über die Bergbaugeschichte des Ruhrtals informieren. Thematische Schwerpunkte liegen auf der Entstehung der Kohle, der industriellen Entwicklung des Ruhrtals, dem Kohlenverbrauch, der Ruhrschifffahrt sowie dem Berufsbild des Bergmanns vor etwa 150 Jahren. Eine erhalten gebliebene Verbund-Dampffördermaschine kann heute in Funktion besichtigt werden. Im Rahmen einer Ausstellung zum frühen Bergbau sind auch die Ausgrabungsstätten um den Schacht Hercules zur Besichtigung freigegeben.

Die Landschaft des Muttentals hingegen ist heute wieder natürlich geprägt. Einige Relikte wie Pingen, Stollen, Zechengebäude und Halden, die an die Ursprungszeit des Ruhrbergbaus erinnern, sind durch den Bergbaurundweg Muttental miteinander verbunden. Es findet sich mit der Zeche Nachtigall ein bergbaugeschichtliches Museum im Muttental, und die Museumsbahn im Ruhrtal fährt an der Zeche Nachtigall vorbei, unter anderem zur Henrichshütte nach Hattingen.

Mehr als 30 Sehenwürdigkeiten der Bergbaugeschichte erwarten den Besucher auf einem 9 km langen Bergbaurundweg durch das Muttental. Dazu zählen insbesondere das ehemalige Bethaus mit einer kleinen Ausstellung, ein etwa 130 Meter langer Besucherstollen sowie das Gruben- und Feldbahnmuseum auf der ehemaligen Zeche Theresia.

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0)2302.93664-0

Öffnungszeiten und Führungen

Öffnungszeiten
Di - So | Feiertage 10.00 - 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Geöffnet: 8.4./9.4. (Ostern), 1.5. (Tag der Arbeit), 17.5. (Christi Himmelfahrt), 27.5./28.5. (Pfingsten), 7.6. (Fronleichnam), 3.10. (Tag der dt. Einheit), 1.11. (Allerheiligen).
 
Geschlossen vom 24.12.2012 bis einschließlich 1.1.2013

Stollenführungen
Di - Fr 11.00, 13.00, 15.00, 17.00 Uhr
Sa | So | Feiertage
stündlich 11.00 - 17.00 Uhr

Aktuelle Veranstaltungen

finden Sie in route aktuell.

Geodaten

51° 25' 45" N, 7° 18' 55" O

ÖPNV

Von Witten Hbf ca. 30 Min. Fußweg (links über Bergerstr., Herbeder Str., Ruhrdeich, Nachtigallbrücke); Von Bochum-Langendreer S-Bf/Witten Rathaus mit Bus 379 bis  "Witten-Bommern Bf", dann ca. 20 Minuten Fußweg

Partner der Ruhrtopcard 2012

Muttental

Das Muttental ist jederzeit zugänglich
Informationen zum Muttental Stadtmarketing Witten
Telefon: +49 (0)2302.12233

Bethaus

April - Oktober
Di - Fr 10.00 - 12.00 Uhr,
14.00 - 16.00 Uhr
Do Nachmittag geschlossen
Sa 10.00 - 12.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr,
So 11.00 - 18.00 Uhr
November - März
Sa 14.00 - 16.00 Uhr,
So 11.00 - 16.00 Uhr

Gruben und Feldbahnmuseum Zeche Theresia

Nachtigallstraße 27 - 33
58452 Witten
Telefon: +49 (0)177.4938504

Ostern - Oktober
jeden 1. u. 3. Sonntag im Monat
10.00 - 18.00 Uhr

Restaurant "Haus Rauendahl"

Rauendahlstraße 126
Telefon: +49 (0)2302.30287

Restaurant "Zur alten Tür"

Berghauser Straße 14
Telefon: +49 (0)2302.72523

Restaurant "Schloss Steinhausen"

Auf Steinhausen 30
Telefon: +49 (0)2302.399990