Aktuelles auf der Route Industriekultur

Filmvorführung „Besuch im Ruhrgebiet“, Deutschland 1957

Der „Bergbau braucht mehr Menschen“, so ist ein Abschnitt in der „Bilanz 56“ der Bergwerksgesellschaft Hibernia überschrieben. Gerade der Bergbau suchte in den Wirtschaftswunderjahren dringend leistungsfähige und qualifizierte Bergleute, um den wachsenden Bedarf von Industrie, Gewerbe und Bevölkerung an Energie, und das hieß immer noch vorrangig an Steinkohle, decken zu können. Im Zeichen der Vollbeschäftigung war die harte Arbeit unter Tage indessen für viele nicht attraktiv. So lockten die Zechen mit zahlreichen Vergünstigungen, betrieblichen Sozialleistungen und guten Aufstiegschancen. „Besuch im Ruhrgebiet“ wurde im Jahr 1957 für die Bergwerksgesellschaft Hibernia produziert und steht stellvertretend für eine ganze Reihe von Anwerbefilmen des Ruhrbergbaus aus dieser Zeit, sticht allerdings durch seine aufwendige Gestaltung und seine prominente Besetzung mit Akteuren des Bochumer Schauspielhauses hervor. Schrittweise versucht der Film das schlechte Image des Bergmannsberufes und auch des Ruhrgebiets zu korrigieren – und manch einer wird sich vielleicht auch an seine eigene Jugend erinnern, als ihn dieser oder ein ähnlicher Anwerbefilm in den Bergbau und in das Ruhrgebiet gelockt hat.

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