Siedlung Rheinpreußen

- Foto: RIK/ Guntram Walter
Rheinpreußen ist in offener Bauweise mit eineinhalb- geschossigen Doppel- und Einzelhäusern angelegt. Mit ihrem Wechsel in der Fassaden- und Dachgestaltung, der Anordnung von Doppel- und Einzelhäusern, den Baumalleen und der Hervorhebung der Eckhäuser steht sie in der Tradition des englischen Siedlungstyps. Die Abkehr von den schematischen Arbeiterkolonien des 19. Jahrhunderts wird durch das überwiegend rechtwinklige Straßenraster durch- brochen. Das Leben in der Siedlung unterlag der strengen Aufsicht der Bergwerksverwaltung. Ein Kolonieverwalter überprüfte zweimal die Woche Straße und Wohnungen. Für die Pflege von Wohnung und Garten waren sogar Prämien ausgesetzt.

- Foto: RIK/ Guntram Walter
1966 verkaufte die Rheinpreußen- Nachfolgerin DEA die Siedlung. An ihrer Stelle waren 5600 Hochhauswohnungen geplant. Bevor jedoch die gesamte Siedlung niedergerissen wurde, formierte sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Siedlungshäuser. Erst als 1979 sieben Mitglieder der Bürgerbewegung einen 18tägigen Hungerstreik auf der Duisburger Rathaustreppe durchhielten, kam es zu einer Lösung, indem die Stadt die Häuser erwarb. Die neugegründete Wohnungsgenossenschaft Rheinpreußensiedlung eG übernahm 1985 nach einer Abstimmung unter den Bewohnern die Siedlung. Damit war ein Modell gefunden, das es ermöglichte, stilgerechte Renovierung und die Wohnbedürfnisse der Bewohner in Einklang zu bringen.
