Kokerei Hansa

Kokerei Hansa. Foto: RIK/ Guntram Walter
Kokerei Hansa. Foto: RIK/ Guntram Walter

Die Kokerei Hansa wurde 1926-28 von der Vereinigte Stahlwerke AG errichtet und war eine von insgesamt 17 Großkokereien im Ruhrgebiet, die mit den Rationalisierungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre angelegt wurden. Im Zuge der Aufrüstung wurde sie bis 1941 zur größten Kokerei im Ruhrgebiet ausgebaut. Die Anlage steht für die Gasverbundwirtschaft der Ruhrindustrie. Sie lieferte Koksgas an das Union-Hüttenwerk, das im Gegenzug Gichtgas zur Beheizung der Koksöfen abgab. Auch die Ruhrgas-AG wurde mit Koksgas beliefert. Noch heute ist die zwei Meter dicke Gichtgasleitung zu sehen. Sie war Teil einer Ringleitung, die alle Hüttenwerke in Dortmund miteinander verband.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Kokerei Kaiserstuhl wurde die Kokerei Hansa 1992 stillgelegt. Heute hat hier die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur des Landes Nordrhein-Westfalen ihren Sitz. Die Gebäude und Produktionsanlagen aus den Anfangsjahren der Kokerei stehen unter Denkmalschutz. Ein Erlebnispfad "Natur und Technik" erschließt die technischen Zusammenhänge, die Geschichte und die seit der Stilllegung entstandene Vegetation. Pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum der Kokerei Hansa im Jahre 2003 wurde der dritte und zugleich spektakulärste Abschnitt des Erlebnispfades vollendet, der den Besucher über eine gläserne Bandbrücke auf die Kohlentürme führt und von dort aus einen "hanseatischen" Panoramablick auf Dortmund bietet. Einen weiteren Höhepunkt der Besichtigung bildet die Kompressorenhalle mit fünf dampfgetriebenen Kolbenkompressoren, die das Gas für die Einspeisung in das Leitungsnetz verdichteten. 

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Kontakt & Infos

Kokerei Hansa
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Emscherallee 11
44369 Dortmund
Telefon: +49 (0)231.931122-33

Geodaten

51° 32' 22" N, 7° 24' 51" O 

ÖPNV

Von Dortmund Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Stadtbahn U47 Richtung Westerfilde bis "Parsevalstraße", dann ca. 5 Minuten Fußweg

Öffnungszeiten und Führungen

Öffnungszeiten des Infopunkts
April bis Oktober:
Di -  So 10-18 Uhr
November bis März:
Di- So 10-16 Uhr

Führungen
War die Kokerei Hansa bis zur ihrer Stilllegung 1992 eine „verbotene Stadt“, so sind heute Besucher herzlich willkommen auf dem Industriedenkmal. Ob Technikfans, Naturliebhaber oder Ruhrgebietsbegeisterte – auf der Kokerei Hansa gibt es für jeden etwas zu entdecken: am besten in einer offenen Führung, in der die Besucher die gesamte Anlage genau unter die Lupe nehmen können, oder auch mit unserem Audioguide, mit dem ein Teilbereich auf eigene Faust erkundet werden kann. Zudem bietet die Industriedenkmalstiftung individuelle Gruppenführungen an.  
 
Erstmalig bietet die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auch Themenführungen für engagierte Hobbyfotografen und ein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche an.

Tipps

Südlich der Kokerei befindet sich an der Lindberghstraße das 1926 erbaute ehemalige Pumpwerk Huckarde. Im Dachgeschoss mit seinem auffälligen Mansard-Dach wohnte früher der Pumpenwärter direkt über den Pumpen.

Die 1994 in Betrieb gegangene Kläranlage Dortmund-Deusen an der Lindberghstraße war die erste Kläranlage, die im Rahmen des Emscherumbaus neu gebaut wurde.

Vom Deusener Ufer des Dortmund-Ems-Kanals fällt der Blick auf die "Industrielandschaft" Hardenberghafen mit dem Malakowturm (von 1874) der Zeche Fürst Hardenberg, mehreren großen Krananlagen, den Deutschen Gasrußwerken und den beiden Gasometern zur Speicherung von Erdgas.

Die Gasleitungen zwischen der Kokerei und der Zeche Hansa verliefen früher durch weite Teile Dortmunds und dienten dem Gasaustausch zwischen den Kokereien und Hüttenwerken.

Die Siedlung Fürst Hardenberg aus den zwanziger Jahren im Stadtteil Lindenhorst (Herrekestraße) mit einer modernen Erweiterung in Holzbauweise (Viereggenweg)