Zeche Nachtigall

Zeche Nachtigall. Foto: RIK / Guntram Walter
Zeche Nachtigall. Foto: RIK / Guntram Walter

Stollen, Mundlöcher, Pferdegöpel, Kleinzechen des "Nachlese-Bergbaus" der Nachkriegszeit, geologische Aufschlüsse und einiges mehr kann auf dem Bergbaurundweg Muttental (Länge: 9 km) südlich der Ruhr besichtigt werden. Hier, wo die Kohlenflöze offen zu Tage treten, finden die Wanderer Spuren der frühen Kohlengräberei, vorindustriellen Stollenabbau und mit der Zeche Nachtigall eine der ersten Tiefbauzechen.

Die Anfänge der Zeche Nachtigall, der größten erhaltenen Anlage im Muttental, reichen in vorindustrielle Zeit zurück. 1714 wird sie erstmals urkundlich erwähnt; 1832 schlossen sich neun kleine Zechen zur Gewerkschaft Vereinigte Nachtigall zusammen, die noch im gleichen Jahr mit dem Abteufen eines Tiefbauschachtes (Neptun) begann und im folgenden Jahr die Förderung aufnahm. Friedrich Harkort (1793 - 1880), der eine mechanische Werkstatt in Wetter an der Ruhr betrieb, lieferte die Maschinen. Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung führten zur Anlage eines zweiten Schachtes (Hercules) und nach dem Abteufen eines dritten (Catharina) entwickelte sich die Zeche zu einer der größten Schachtanlagen der Zeit. Ihre Ausstattung trug erheblich dazu bei, besaß sie doch eine der stärksten Dampfmaschinen für die Kohlenförderung und eine weitere, um die Grubenwasser zu heben. Aber der Zeche war nur eine kurze Blütezeit von 1867 bis 1875 beschieden. Bald schon stellte sich heraus, dass der Kohlenvorrat zur Neige ging und so kam es 1883 zum Zusammenschluss mit der Zeche Helene in Bommern. In den 1920er Jahren wurde der Abbau in dem Grubenfeld Nachtigall wieder aufgenommen, 1927 erfolgte die endgültige Stilllegung.

Von der Zeche Nachtigall sind erhalten geblieben das Maschinenhaus mit einer von der Zeche Franz Haniel hierhin translozierten Zwei-Zylinder-Verbund-Dampfmaschine von 1887, ein Betriebsgebäude sowie der Kesselhausschornstein; aber auch zwei Ringöfen sind zu besichtigen. Sie stammen von der Ziegelei Dünkelberg, die 1892 auf dem Gelände errichtet wurde. Das Westfälische Industriemuseum hat diese Anlage rekonstruiert und und zeigt den Ziegler-Alltag bis in die 1960er Jahre. Ferner erinnern an die Kohleschifffahrt auf der Ruhr, von der auch Nachtgall profitierte, der rekonstruierte Ruhrnachen "Ludwig Henz". Die Ausstellung "Zeche Eimerweise" beschreibt das Leben auf Kleinzechen. Entstanden in der Not der Nachkriegsjahre, waren von 1945 bis 1976 über 1.000 Klein- und Kleinstzechen in Betrieb. Der Nachtigall-Stollen zeigt "unter Tage" typische Arbeitssituationen im Kleinbergbau. 

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Kontakt & Infos

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
Telefon: +49 (0)2302.93664-0

Geodaten

51° 25' 45" N, 7° 18' 55" O

ÖPNV

Von Witten Hbf ca. 30 Min. Fußweg (links über Bergerstr., Herbeder Str., Ruhrdeich, Nachtigallbrücke); Von Bochum-Langendreer S-Bf/Witten Rathaus mit Bus 379 bis  "Witten-Bommern Bf", dann ca. 20 Minuten Fußweg

Öffnungszeiten und Führungen

Öffnungszeiten
Di - So | Feiertage 10.00 - 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr

Geöffnet: 8.4./9.4. (Ostern), 1.5. (Tag der Arbeit), 17.5. (Christi Himmelfahrt), 27.5./28.5. (Pfingsten), 7.6. (Fronleichnam), 3.10. (Tag der dt. Einheit), 1.11. (Allerheiligen).
 
Geschlossen vom 24.12.2012 bis einschließlich 1.1.2013

Stollenführungen
Di - Fr 11.00, 13.00, 15.00, 17.00 Uhr
Sa | So | Feiertage
stündlich 11.00 - 17.00 Uhr