Tetraeder

Tetraeder. Foto: RIK / Guntram Walter
Tetraeder. Foto: RIK / Guntram Walter

Die Halde an der Beckstraße in Bottrop ist eine der größten des Ruhrgebiets. Ihre enorme Höhe von 60 Metern hat sie prädestiniert für ein "Haldenereignis" der besonderen Art: den Tetraeder, ein von Architekt Wolfgang Christ in Form einer begehbaren Pyramide entworfener monumentaler Aussichtsturm. Weithin sichtbar und prägnant in seiner reduzierten Gestalt, ist der Tetraeder für die Menschen der Region und ihre Besucher zu einer Landmarke geworden. Die 50 Meter hohe Stahlkonstruktion ruht auf vier Säulen über dem Boden, was ihr aus der Ferne trotz des tonnenschweren Gewichts eine "schwebende" Position verleiht. Die "unwirkliche" Haldenlandschaft besetzt der Tetraeder wie ein surreales Zeichen, als geometrisches Inbild einer Pyramide, aber nicht massiv, sondern filigran und transparent. Ein mathematisches Spiel mit dem Dreieck, das symbolisch die Grundform des Berges reflektiert und zur Pyramide überhöht. Die Künstlichkeit der Landschaft wird dabei zum Motiv der künstlerischen Gestaltung: Addition und Schichtung der Stahlrohrelemente zu Tetraedern, die sich wiederum zu einem großen Tetraeder fügen, wiederholen das ebenmäßige Schüttungsprinzip der Halde. Als Sehzeichen wirkt die Tetraederpyramide in der Ferne als einzigartiger Fixpunkt im Panorama der Industrietürme ringsherum. Je näher man kommt, desto differenzierter wird das Bild dieser Großform, bis der Betrachter sie als begehbare Skulptur begreift. Doch unmittelbar am Fuße der Pyramide wird auch dieser Eindruck wieder aufgelöst, der Blick folgt jetzt den vielfältigen Verstrebungen, den horizontalen und diagonalen Stahlrohren, die das gigantische Raumgerüst zusammenhalten. "Den Raum als erfahrbare Struktur zu erhalten", darum geht es dem Architekten Wolfgang Christ. Nachts wird das "Haldenereignis" zu einem "Lichtereignis", das die Spitze der Pyramide in ein raumgreifendes Lichtzeichen aus gelben und grünen Lichtbahnen verwandelt. Der Düsseldorfer Künstler Jürgen LIT Fischer hat sich mit der geometrischen Aussage des Tetraeders beschäftigt. Der Tetraeder gehört zu den 5 platonischen Körpern und ist ein fester Bestandteil der klassischen Geometrie. Fischers Idee war es, in Zusammenarbeit mit den Mathematikern Heinz-Otto Peitgen und Anna Rodenhausen, den Tetraeder mit einer fraktalen Kurve zu konfrontieren, die über die statische Erscheinung des geometrischen Elements hinausgeht.  

 

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Kontakt & Infos

Tetraeder
Beckstraße
46238 Bottrop-Batenbrock

ÖPNV

Von Bottrop ZOB Berliner Platz mit Bus 266 bis "Tetraeder", dann ca. 20 Minuten Fußweg bis zur Tetraeder-Platform. Samstags und Sonntags fährt der Bus der Linie 266 vom ZOB bis auf die Plattform des Tetraeders.

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