1890 erwarb Thyssen innerhalb von nur zwei Monaten alle Bauernschaften in Bruckhausen für ein Stahl- und Walzwerk. Bereits zwanzig Jahre später war die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, unter deren Dach alle unternehmerischen Aktivitäten zusammengefasst waren, der größte Eisen- und Stahlkonzern. Außer der Produktion verfügte der Konzern mit Kohle, Gas und Wasser auch über die notwendige Energiebasis. Das eigene Transportunternehmen Eisenbahn und Häfen übernahm die Transporte von Rohstoffen und Produkten. Nach dem Ersten Weltkrieg gliederte sich der Konzern neu. Die ATH (August-Thyssen-Hütte) und die Gewerkschaft Friedrich Thyssen übernahmen mit Stahlerzeugung und Energielieferungen eigenständige Geschäftsbereiche. 1926 wurde der Eisen und Stahl erzeugende Bereich in die Vereinigten Stahlwerke eingebracht. Dieser Mammutkonzern wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst. 1953 wurde die ATH neu gegründet und entwickelte sich bis heute als Thyssen-Krupp-Stahl AG durch die Übernahme aller wesentlichen Konkurrenten zum größten Stahlerzeuger Europas.
Die alte Thyssen-Hauptverwaltung wurde 1903 - 1904 als Zentralbüro der Gewerkschaft Deutscher Kaiser gebaut. Der ursprünglich reich mit historisierenden Elementen geschmückte Bau wurde nach dem Krieg in deutlich schlichterer Form instandgesetzt. Dennoch weist seine Formensprache auf die unternehmerische Potenz hin, die von dieser Stelle aus verwaltet wurde.
Bereits 1909 musste der erste Erweiterungstrakt angebaut werden, 1916 folgte ein weiterer. Heute dient das alte Verwaltungsgebäude als Sitz der Betriebskrankenkasse, während der Betrieb in Duisburg vom neuen Verwaltungshochhaus (1963) gegenüber geleitet wird. Zwar ist der Firmensitz immer noch Duisburg, die Thyssen-Hauptverwaltung befindet sich aber im Drei-Scheiben-Haus in Düsseldorf.