Der "Eisenbahn und Häfen GmbH (EH)" ist ein Tochterunternehmen von ThyssenKrupp Steel. Die Gründung der EH geht auf die ersten Hafenanlagen in Alsum und Schwelgern sowie das zugehörige Bahnnetz zurück. 1919 wurde die Gewerkschaft Deutscher Kaiser in August-Thyssen-Hütte (ATH) umbenannt. Nach Gründung des Mammutunternehmens Vereinigte Stahlwerke AG 1926 gehörten die Thyssenhütte, die Hüttenwerke Ruhrort-Meiderich, die Hüttenbetriebe Meiderich, die Niederrheinische Hütte und die Hütte Vulkan in Duisburg zur Hüttengruppe West dieses Unternehmens. Die Werksbahnen und Hafenanlagen dieser Industrien wurden seinerzeit zu einer Betriebsabteilung zusammengefasst. In der Nachkriegszeit zerfiel der Großkonzern infolge Entflechtung und Demontage, davon betroffen war auch die EH. 1953 trat Thyssen wieder in den Gemeinschaftsbetrieb ein; nach der Übernahme der GHH kam es 1969 zu einer weiteren Neuordnung, bis 2005 mit Einbeziehung der RAG. Bis zur endgültigen Ablösung durch reinen Dieselbetrieb im Jahre 2005 war der Betrieb durch Zweikraftlokomotiven charakterisiert. Unter Fahrdraht wurden diese Fahrzeuge durch die Leitung mit Strom versorgt, ohne Fahrdraht (z.B. unter den Hochöfen) übernahm ein Dieselmotor die Energieversorgung der Drehstrommotoren. Zuvor existierten auch noch Loks, die ihre Energie für fahrdrahtlose Strecken in Akkus zwischenspeicherten. Eine dieser Loks steht am Museumsbahnsteig im Oberhausener Hauptbahnhof, eine zweite ist im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen erhalten.
Erstaunlich ist die Beförderungsleistung von EH: Der Gütertransport auf dem privaten Gleisnetz liegt jährlich bei 65 Mio. Tonnen und erreicht damit fast ein Viertel der Gütermenge, die von der Deutschen Bahn AG in Deutschland transportiert wird.