In unmittelbarer Nähe des Bergwerks und des Hafens Walsum betreibt die Evonik Steag die technisch hochmodernen Heizkraftwerksblöcke 7 und 9 sowie zwei Hilfskessel. 1988 wurde das Kraftwerk mit einer Rauchgasentschwefelungsanlage nachgerüstet. Gleichzeitig wurden die alten Blöcke 6 und 8 durch das Heizkraftwerk 9 (410 MW) ersetzt. Das neue Heizkraftwerk befand sich auf dem neuesten Stand der Umwelttechnologie. Es war mit einem Trockenaschenabzug ausgerüstet und war als einer der ersten Kraftwerksblöcke in der Lage, Ballastkohle mit sehr hohem Aschegehalt zu verbrennen. Gleichzeitig wurde dabei die Bildung von Kohlenmonoxid und Stickoxid verringert. Weitere technische Neuerungen reduzierten den Eigenbedarf der Elektromotoren an den Hilfsmaschinen, die Reparatur- und Störanfälligkeit. Erstmalig wurde im Block 9 die Mittel- und Niederdruckteile der Turbine asymmetrisch ausgeführt, wodurch selbst bei geringer Stromerzeugung eine Wärmeauskoppelung mit gutem Wirkungsgrad ergibt.
Die Kohlenlagerhalle umfasst eine Kapazität von 34.000 t. Jährlich werden ca. 900.000 t heimische Steinkohle verbraucht. Die Rauchgasentschwefelungsanlage arbeitet nach dem Kalkwaschverfahren und produziert so als Nebenerzeugnis Gips. Mit Hilfe eines Elektrofilters werden die Rauchgase zu 99,9 % durch das Entfernen der Aschepartikel staubfrei gemacht. Die Stickoxide werden durch einen Katalysator zu Wasserdampf und Stickstoff, zwei natürlichen Bestandteilen der Luft, reduziert. Außerdem fallen jährlich 320.000 Tonnen an weiteren Reststoffen an, vor allem Gips, Steinkohlenfilterasche und Schmelzkammergranulat, die als Baustoffe bei der Betonherstellung und im Straßenbau Verwendung finden.