Altenhof II
Der später gebaute Teil der Krupp-Siedlung Altenhof, ursprünglich nur durch den Kruppschen Waldpark und heute auch von der A 52 vom Altenhof I getrennt, ist im wesentlichen erhalten geblieben. War die ältere Siedlung Altenhof I durch ein Cottagesystem mit altdeutschen, fachwerkverzierten Bauformen geprägt, so besteht der Altenhof II aus vereinfachten, aber abwechslungsreich angelegten Putzbauten ohne Fachwerk, die zwischen 1907 und 1914 entstanden sind. Die Gebäude wurden zumeist, abhängig vom hügeligen Gelände, zu Häusergruppen zusammengefaßt; ihre Grundrisse beschränken sich auf bestimmte, zweckmäßige Typen. Während die frühen Krupp-Arbeitersiedlungen in der unmittelbaren Nähe der Gußstahlfabrik durch strenge, schematisierte Geradlinigkeit geprägt wurden, können wir im Altenhof II beobachten, daß diese strenge Form, wie in der Siedlung Brandenbusch, zugunsten einer Anpassung an das hügelige Gelände aufgegeben wurde. Hier haben Robert Schmohl und seine Mitarbeiter Anregungen der englischen Gartenstadtbewegung aufgegriffen und diese in schlichterer Form auf die Essener Verhältnisse übertragen. Der dadurch entstandene malerische und harmonische Eindruck der Siedlung läßt sich auch heute noch bei einem Spaziergang durch die hügeligen, gewundenen Straßen mit den von Gärten und Veranden umgebenen niedrigen Häusern nachempfinden.