Bahnhof Hügel
Die Bahnstation Hügel, direkt am Hügelpark gelegen, entstand 20 Jahre nach dem Bau der Villa Hügel (Grundsteinlegung 1870) auf Initiative von Friedrich Alfred Krupp im Jahre 1890. Im Mai 1889 beantragte Krupp bei der königlichen Eisenbahn-Direktion die Einrichtung einer "Haltestelle Bredeney" (später Haltestelle Hügel genannt), die sich zwischen den Bahnhöfen Werden und Rellinghausen am Kilometer 2,7 der Strecke Essen-Werden befinden sollte. Das Motiv für den Bau einer Bahnstation bestand darin, Staatsgästen, die in der Villa Hügel empfangen wurden, den Anfahrtsweg von Werden bzw. Essen zum Hügel zu ersparen. Zugleich sollte die Bahnstation aber auch von der Allgemeinheit genutzt werden, was sich angesichts der landschaftlich reizvollen Lage für Ausflügler besonders anbot. Das Grundstück wurde von Krupp zur Verfügung gestellt, die Baukosten für die Station und die Stationsgebäude wurden ebenfalls von der Firma Krupp getragen. Die laufenden Unterhaltskosten für den Bahnhof lagen hingegen beim Staat. Nur Friedrich Alfred Krupp persönlich erhielt ursprünglich eine Sondergenehmigung, die Haltestelle Hügel auch durch das Parktor zu betreten, das man auch heute noch vom Bahnsteig zwei auf der rechten Seite sehen kann. Die Erlaubnis "auf Widerruf" bezog sich erst 1895 auf weitere Angehörige der Familie Krupp und Angestellte der Firma bzw. des Hügelbetriebs. Diese erhielten dann teilweise zusätzlich eine Genehmigung zum Überschreiten der Bahngleise und konnten so den Umweg durch den Tunnel unter der Bahnstation Hügel umgehen.
Bei besonderen Gelegenheiten - wie dem Besuch von Staatsgästen - sollte allerdings der Zugang zu den Bahnsteigen ausnahmsweise durch das Parktor erlaubt sein. Bei diesen offiziellen Anlässen, wie dem Besuch des ägyptischen Königs im Juni 1929, wurden von der Firma Krupp Ausweiskarten zum Betreten der Bahnsteige ausgestellt, um Neugierige fernzuhalten. Das veranlaßte die Essener Lokal-Post zu der empörten Frage: "Wem gehört der Bahnhof Essen-Hügel"? Um weiteren öffentlichen Unmut zu vermeiden, wurden solche Ausweiskarten später von der Reichsbahndirektion ausgegeben.
Seit 1896 beherbergte die Fahrkartenausgabe der Eisenbahnstation Hügel auch eine Postagentur. Das Amt des Postagenten wurde vom Stationsvorsteher mit ausgeübt. Die Postagentur Hügel war ein reines Privatpostamt, das nur von Kruppschen Firmenangehörigen und den Mitgliedern der Hügelverwaltung benutzt werden konnte. Bis 1924 hatte das "Krupp-Postamt" als selbständige Postagentur Bestand.
1930 gewann der Hügel-Bahnhof im Zuge der Pläne für den Bau des Baldeneysees, auf den man heute vom Bahnsteig 1 aus einen guten Überblick hat, noch an größerer Bedeutung. In Erwartung des höheren Fahrgastaufkommens wurde die Bahnstation von der Reichsbahn ausgebaut. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem das "Empfangsgebäude" erweitert und eine Bahnhofs-Gaststätte eingerichtet. Heute kann man in der wieder eröffneten Hügelgaststätte von der Terrasse aus den Blick auf den Baldeneysee genießen.