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Halbachhammer
Fulerumer Str. 11, 17 /
Am Ehrenfriedhof
45149 Essen-Margarethenhöhe
                                              

Führungen
Regelmäßige Öffnung und Schmiedevorführung auf Anfrage
Ruhr Museum

Fon 0201 | 88 45 200 

www.ruhrmuseum.de/de/museum/halbachhammer.jsp

                                              

ÖPNV
Von Essen Hbf mit U-Stadtbahn U17 bis "Lührmannwald", von dort ca. 10 Minuten Fußweg

Themenroute 5 - Krupp und die Stadt Essen

Halbachhammer

© RIK/ R. Budde
Der im idyllischen Nachtigallental hinter der Margarethenhöhe gelegene Halbachhammer ist nicht allein ein bedeutendes technik- und wirtschaftsgeschichtliches Denkmal, sondern auch ein Akt der persönlichen Denkmalsetzung durch seinen Stifter, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach an die Stadt Essen. Der Halbachhammer befand sich ursprünglich in Weidenau an der Sieg und wurde bereits 1417 als "Fickynhütte", später "Ficken-Hammerhütte" (benannt nach einem Siegerländischen Familienverband), urkundlich erwähnt.

Der Halbachhammer repräsentiert den Typus der "Hammerhütte", in der Frischen, Schmieden, Formen von Halb- und Fertigprodukten unter einem Dach stattfand. Um 1820 produzierte die Anlage jährlich 4.800 Zentner Stabeisen und war damit eine der leistungsfähigsten des Siegerlandes. Um die Jahrhundertwende wurde die frühneuzeitliche Produktionsanlage angesichts des technologischen Konkurrenzkampfes jedoch betriebswirtschaftlich unrentabel. Von dem Gesamtkomplex der Ficken-Hammerhütte ist nur das Hammergebäude nach Essen verlegt worden. Die zugehörigen Gebäude wie Wohn- und Arbeiterhäuser, Lagergebäude für Roheisen und Kohle, Schuppen für das fertig geschmiedete Stabeisen und landwirtschaftliche Gebäude sind nicht überliefert. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach konnte das Denkmal 1914 erwerben. Er veranlasste die Überführung nach Essen und ließ ihn 1935 betriebsfähig wiedererrichten.

Die heutige Einrichtung des Hammergebäudes besteht aus dem Hammerwerk, der Windanlage und der Schmiedeesse. Der Aufwerfhammer besitzt einen ca. 300 kg schweren Kopf mit einer Schlicht- und Reckbahn zum Ausschmieden der "Luppe" und zum Formen des Stabeisens. Die Windanlage wird von einem separaten Wasserrad angetrieben und besteht aus zwei im Wechseltakt arbeitenden Blasebälgen, die das Schmiedefeuer mit einem kontinuierlichen Luftstrom versorgen. Im Siegerland verblieben die mit Steinkohle befeuerten Puddelöfen, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den quadratisch ummauerten "Frischherd" ersetzt hatten, sowie die kleine Walzstraße. Sie sind heute nicht mehr vorhanden.

Zusammen mit der Mühle und dem Hammer im Deilbachtal in Essen-Kupferdreh ist der Halbachhammer die letzte auf Essener Stadtgebiet erhaltene Arbeitsmaschine nach Konstruktionsprinzipien des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Das vom Ruhr Museum betreute Denkmal wurde von 1994 bis 1998 umfassend restauriert und ist der Öffentlichkeit seit Herbst 1998 wieder zugänglich.

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