Siedlung Altenhof I
Unmittelbarer Anlaß für die Entstehung der Wohnsiedlung Altenhof war ein Denkmal für Alfred Krupp am Eingang der Gußstahlfabrik, errichtet von den Werksangehörigen im Jahre 1892. Als Dank dafür beschloß sein Sohn Friedrich Alfred Krupp, die Wohnsiedlung Altenhof bauen zu lassen. Nach der Absicht des Stifters sollten die 607 Wohnungen alten und invaliden Arbeitern kostenlos zur Verfügung stehen und ihnen einen freundlichen und angenehmen Lebensabend ermöglichen - ein damals nahezu revolutionärer Gedanke. 1893 wurde mit dem Bau von Altenhof I begonnen, und nach dem Tod F.A. Krupps im Jahre 1902 wurde die Siedlung von seinen Erben bis 1907 weiter ausgebaut.
Im Osten wurde der im Grünen gelegene Altenhof I durch den Kruppschen Waldpark begrenzt. Jede der eineinhalbstöckigen Wohnungen war von einem Gärtchen umgeben. Für die Bewohner des Altenhofs standen eine katholische und eine evangelische Kirche, eine Bücherausgabe der Kruppschen Bücherhalle, zwei Konsumanstalten, eine Badeanstalt, jeweils ein Witwer- und ein Witwenhof sowie eine Korbflechterei für Pensionierte, die leichtere Arbeiten verrichten wollten, zur Verfügung.
Schaut man sich das Altenhof I Gelände genauer an, so sieht man noch einige der historischen Häuser der Siedlung Altenhof I im Eingangsbereich des Gußmannplatzes und im Hundackerweg. Der Großteil der Siedlung ist im Zuge der Neubaupläne für das Alfried Krupp Krankenhaus Anfang der 1980er Jahre abgerissen worden. Die noch vorhandenen Häusergruppen lassen die ehemalige Schönheit des Altenhof I erahnen. Die Häuser wurden von dem Leiter des Kruppschen Baubüros Robert Schmohl im Cottagestil entworfen, zum Teil mit Fachwerkverzierungen, Erkern und Ecktürmchen ausgestattet und spiegeln so das Bedürfnis ihrer Zeit wider, als Gegensatz zum grauen industriellen Arbeitsalltag das private Leben besser und schöner zu gestalten.