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Siedlung Heimaterde
Sunderplatz
45472 Mülheim an der Ruhr - Heimaterde
                                              

ÖPNV
Von Essen Hbf mit U-Stadtbahn U18 bis "Rhein-Ruhr-Zentrum", dann mit Bus 138 bis "Sunderplatz".

Themenroute 5 - Krupp und die Stadt Essen

Siedlung Heimaterde

Die Gründung der Siedlung Heimaterde fällt in die Zeit des Ersten Weltkrieges und geht auf die Initiative des damaligen Prokuristen der Firma Krupp, Max Halbach, zurück. Die Firma Krupp erwarb ein 340 Morgen großes Gelände, gründete eine Siedlungsgenossenschaft und stellte für den Erwerb von Grundstücken unverzinsliche Darlehen zur Verfügung. Der Aufruf zum Eintritt in die Genossenschaft, der 1918 erging, richtete sich jedoch auch an Nicht-Kruppianer.

Ebenso wie die Gartenstadtbewegung ging die Genossenschaftsbewegung von England aus und faßte Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland Fuß. So übernahmen Baugenossenschaften die Aufgaben des heutigen sozialen Wohnungsbaus, und auch die Firma Krupp nutzte neben dem eigenen Siedlungbau die Beteiligung am genossenschaftlichen Wohnungsbau.

Auch die englische Gartenstadtidee floß in die Gestaltung der Heimaterde mit ein: Die Siedlung sollte durch die Einheitlichkeit der Haustypen einen in sich geschlossenen Charakter erhalten, ein günstiges Größenverhältnis zwischen Bebauung und Grünflächen aufweisen, durch eine abwechslungsreiche Straßenführung geprägt werden und sich den landschaftlichen Gegebenheiten harmonisch anpassen. Als Architekt wurde der Mülheimer Theodor Suhnel verpflichtet, der für kinderreiche Familien geräumige Eigenheime schaffen sollte. Nach Kriegsende 1918 begann man daher mit dem Bau von zunächst nur freistehenden Einfamilienhäusern, die jeweils eine gut ausgestattete Spülküche, eine Wohnküche, drei Zimmer sowie eine Altenwohnung mit 2-3 Zimmern erhalten sollten. So sollte es der älteren Generation - in der bäuerlichen Tradition - ermöglicht werden, in der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben und zugleich den Jüngeren das Bewirtschaften des größeren Hauses mit Stall und Garten zu überlassen.

Ende der 20er Jahre veränderte sich der Siedlungstyp der Heimaterde. Der von Max Halbach als Ideal angesehene Kotten wich nach seinem Tod mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern ohne Ställe und mit kleineren Gärten und somit geringerem Platzbedarf. So konnte der Wunsch vieler Kruppianer nach einer Wohnung in der idyllischen Heimaterde erfüllt werden. Entlang des Finkenkamps ziehen sich so schnurgerade, den Abhang des Siepentals entlang, zweistöckige Reihenhäuser ohne Vorgärten, die in den 20er Jahren gebaut wurden. Bei den in den 30er Jahren entstandenen Häusertypen in der Kleiststraße und Kellermannstraße wird das gemütliche Walmdach mit den Dachgauben und hohen Schornsteinen durch schlichtere Satteldächer ersetzt.

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