Siedlung Luisenhof
Die Krupp-Siedlung Luisenhof I liegt am Frohnhauser Westpark, der nach 1910 als Schenkung der Firma Krupp angelegt wurde und unweit des Frohnhauser Platzes. Der "Nationale Arbeiterverein Werk Krupp" fasste den Beschluss zum Bau der Siedlung zum 100. Todestag der preußischen Königin Luise (19.7.1810), die mit einer Bronzeplastik an der Liebigstraße geehrt wurde. Die Bezeichnung "Hof", bereits bei früheren Kruppsiedlungen üblich, entspricht erst hier wie auch bei dem später entstandenen Siedlungsteil dem tatsächlichen Bauprogramm. Erbaut wurde die Siedlung mit 151 Wohnungen in den Jahren 1910-12 nach Plänen des Privat-Architekten Adolf Feldmann.
1916/1917 folgte der unweit liegende Luisenhof II nach einem vergleichbaren Programm mit 140 Wohnungen. Im Gegensatz zu den ersten Siedlungsteilen, die originalgetreu erhalten sind, hat der Luisenhof II nach Schäden im Zweiten Weltkrieg an städtebaulicher Wirkung eingebüßt.
Eine Besonderheit des Luisenhofs ist der abweisende Charakter der Siedlung; alle Haustüren sind an die Hofinnenseite verlegt. Die Zugänge zum Hof an der Osnabrücker und Hildesheimer Str. führen durch zwei schmucklose Toreinfahrten. Selbst an der Schauseite zur Liebigstraße, die durch zwei turmartig erhöhte Wohnhäuser betont wird, erschließt sich der Zugang zum Innenhof erst auf den zweiten Blick. Die Gestaltung ist eindeutig auf die Fassade des Innenhofs konzentriert. Im Kontrast zur strengen Außenfassade ist sie in Loggien aufgelöst, an denen die ursprünglichen Schmuckgitter erhalten sind. Dazwischen sind die Treppenhäuser mit schlichten geometrischen, teils fachwerkähnlichen Dekorationsformen betont. Die Funktion des Luisenhofs als parkähnlicher Erholungsraum wird durch den Brunnenplatz unterstrichen, der heute als Spielplatz genutzt wird.