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Alte Kolonie Eving
Friesenstraße/ Körnerstraße/ Nollendorfplatz
44339 Dortmund-Eving
                                              

Kontakt
Geschichtsverein Eving
Ulrich Kneisel
Holzheck 5
44339 Dortmund
Fon 02 31 | 85 50 15
www.geschichtsundkulturverein-
eving.de

                                              

ÖPNV
Von Dortmund Hbf mit U-Stadtbahn U41 bis "Amtsstraße", dann 5 Minuten Fußweg

Themenroute 6 - Dreiklang Kohle Stahl Bier

Alte Kolonie Eving

© RIK/ Guntram Walter
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In der Hochkonjunktur Ende der 1890er Jahre warb die Zeche Vereinigte Stein und Hardenberg verstärkt auswärtige Arbeiter an, vor allem aus den preußischen Ostprovinzen. Für die Bergarbeiterfamilien entstand in Eving die Kolonie Exterberg (oder Externberg). In den Jahren 1898 und 1899 wurden 76 Häuser mit 270 Wohnungen erbaut. Schon 1900 folgte östlich dieser Alten Colonie zwischen Kaubstraße und Husarenstraße die Neue Colonie mit 200 Wohnungen in 49 Häusern.

Heute wird die gesamte Siedlung als "Alte Kolonie" bezeichnet. Sie zeigt, wie um die Jahrhundertwende die Reihung gleichförmiger Häuser, die die früheren Werks- und Zechenkolonien geprägt hatte, durch eine anspruchsvollere Architektur abgelöst wurde. Verschiedene Grund- und Aufrisse, Backstein, Putzflächen und Fachwerk wechseln einander ab. Auffallend sind die Gebäude mit Ecktürmen. Die bürgerliche Villa diente hier als Vorbild für die Außengestaltung von Mehrfamilienhäusern. Den Mittelpunkt der Siedlung bildet das Wohlfahrtsgebäude, das 1903 errichtet wurde, bei der Planung aber schon vorgesehen war.

Zur Zeit ihrer Entstehung galt die Siedlung als vorbildlich. Die "Dortmunder Zeitung" schrieb am 13.10.1900: "Zum erstenmale begegnet man hier einem nach Zahl und Umfang imposanten Häuserviertel, bei dem nicht jede Arbeiterwohnung eine Kopie des benachbarten bietet, sondern sozusagen einen eigenen und eigenartigen Charakter trägt." Die Wohnungsgröße betrug zwischen 47 m² bei Drei- und 75 m² bei Fünfzimmerwohnungen. Alle Wohnungen waren mit fließendem Wasser und Ofenheizung ausgestattet.

Im Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz befanden sich zahlreiche betriebliche Sozialeinrichtungen: unter anderem Kindergarten, Hauswirtschafts- und Kochschule, Wäscherei und Bibliothek, zeitweise auch ein Ledigenheim, ein Beamtenkasino und der Zechenkonsum. In der Badeanstalt konnten die Siedlungsbewohner/innen bis in die sechziger Jahre für ein geringes Entgelt ein warmes Bad nehmen.

Wie viele andere Werkssiedlungen war auch die Alte Kolonie in den siebziger Jahren von Abrissplänen bedroht. Eine Bürgerinitiative konnte erreichen, dass der größte Teil der Siedlung erhalten blieb.

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