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Diese Themenroute gibt es auch als Broschüre im Online Shop des RVR.

     

Chemiepark Marl

Infracor GmbH
Paul-Baumann-Straße 1
45764 Marl
Fon 0 23 65 | 49 94 36
www.infracor.de
                                              

Geodaten
51° 40' 45" N, 7° 6' 7" O
RVR-Geodatenserver
                                              

ÖPNV
Von Marl-Mitte bzw. Bf Marl-Sinsen mit Bus 223 bis "Feierabendhaus"
                                              

Öffnungszeiten
Ausstellung im Informationszentrum
am Lipper Weg
Di - So 10 - 18 Uhr
                                              

Führungen/ Werksrundfahrten
Nov. - März
Di | Sa | So 11 Uhr
April - Oktober 
Di | Do 11 Uhr,
Sa | So 11 und 15 Uhr
                                              

Aktuelle Veranstaltungen finden Sie in route aktuell
                                              

Allgemeine Hinweise für den Besuch im Rollstuhl Allgemeine Hinweise für blinde und sehbehinderte Gäste
Hinweise für Besucher mit Behinderung finden Sie hier:
                                              

Feierabendhaus Marcotel
Lipper Weg
Fon 0 23 65 | 6 66 98-0
www.huels-service.de

Themenroute 7 - Industriekultur an der Lippe

Chemiepark Marl

© RIK/ Guntram Walter
Am 9. Mai 1938 gründeten die IG Farbenindustrie und die Bergwerksgesellschaft Hibernia in Marl die Chemischen Werke Hüls GmbH (CWH). Die Hibernia Hydrierwerke lieferten Gase, die zur Produktion eines wichtigen Werkstoffes im Rahmen der NS-Autarkiepolitik dienten: des synthetischen Kautschuks Buna. Zur Buna-Erzeugung wurde das neue Lichtbogenverfahren genutzt, während dessen Entwicklungszeit erst 15 Jahr zuvor die ersten Versuche durchgeführt wurden. Der Chemiker Dr. Paul Baumann war daran maßgeblich beteiligt.

Beim Lichtbogenverfahren handelt es sich um eine sogenannte thermische Crackung. Dabei werden Moleküle aus Rohgasen durch enorme Energie, die mit einem Lichtbogen erzeugt wird, unter anderem zu Acetylen umgewandelt. 18.000 Tonnen Buna wurden bereits 1940 produziert. Die Kapazitäten wurden ständig erweitert.

Schwere Luftangriffe der Alliierten brachten die Produktion ab 1943 fast gänzlich zum Erliegen. Nach Produktionsverboten und Demontagen entwickelte sich das Werk im "Wirtschaftswunder" mit neuen Produkten (Kunststoffe und Rohstoffe für Waschmittel) und später unter Federführung der VEBA AG zu einem Unternehmen mit Weltgeltung und internationalen Kontakten. Wichtig war der Erfahrungsaustausch mit amerikanischen Unternehmen, etwa im Bereich der Bunaproduktion und Katalysatorherstellung. Nach wechselnden Beteiligungen wurde das Werk von der Krise der internationalen Grundstoffunternehmen der 1990er Jahre in Mitleidenschaft gezogen.

Heute präsentiert es sich als Chemiepark. Die Infrastruktur (Rohrleitungen, Eisenbahn, Dampf/Strom, Abwasser u.a.) wird von der Infracor GmbH betrieben, einer Tochterfirma der Degussa AG. Viele internationale Firmen der Grundstoffindustrie sind ansässig und produzieren zum Beispiel Kunststoffe, Rohstoffe für Superabsorber, Weichmacher, Wasserstoff, Grundstoffe für Waschmittel, Kautschuk und Biodiesel.

Der Chemiepark ist seiner Stadt und ihren Bürgern nicht nur als Arbeitgeber verbunden. Werkswohnungsbau, Umweltschutzmaßnahmen und das damalige Kulturprogramm, aus dem das Theater, die Volkshochschule ("Die Insel") und der "Marler Fahrradtag" erwuchsen, haben das Bild der Stadt Marl entscheidend mitgeprägt.

Als "Ankerpunkt der Route" zeigt der Chemiepark ein besonderes Gesicht: Eine Ausstellung im Informationszentrum präsentiert das Werk, wie es heute ist und erzählt Interessantes aus seiner Geschichte. Im Restaurant kann man vorzüglich speisen und tagen. Die Tore des Chemieparks öffnen sich regelmäßig zu Führungen durch die zunächst rätselhafte, aber spannende Welt der Chemie und ihrer bizarren Produktionsanlagen

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