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Zeche Consolidation 3/4/9
Bismarckstraße
45889 Gelsenkirchen-Bismarck
http://ib-consolidation.de/
                                              

Geodaten
51° 31' 50" N 7° 6' 48" O
                                              

ÖPNV
Von Gelsenkirchen Hbf (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 301 bis "Bergwerk Consolidation", von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 384 bis "Bergwerk Consolidation"
                                              

Tipp
U-Stadtbahn-Stationen in Gelsenkirchen-Bismarck: Die Station "Trinenkamp" ist mit Bildmotiven zur Siedlungsentwicklung im Raum Bismarck ausgestattet. Aus der Untertageperspektive lassen sich mit einem Stadtplan die einzelnen Stationen der Industrialisierung verfolgen. In der Station "Bergwerk Consolidation" hat sich der Künstler Alfred Schmidt verwirklicht. Geflieste Wände zeigen Motive aus der Untertagewelt des Bergmanns.

Themenroute 8 - Erzbahn-Emscherbruch

Zeche Consolidation 3/4/9

© RIK/ Guntram Walter
Zu einer der größten Einzelzechen, die keinem Konzern angehörten, entwickelte sich vor dem Ersten Weltkrieg auf westfälischem Gebiet neben den Prosper-Zechen in Bottrop das Bergwerk Consolidation. Der Ursprung der Zeche geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 1863 schlossen sich sieben Einzelgewerkschaften zur Gewerkschaft Steinkohlenbergwerke Consolidation zusammen und begannen im gleichen Jahr mit der Errichtung der Zeche. Zu den Gewerken gehörte auch einer der Pioniere des Ruhrbergbaus, der Essener Kaufmann Friedrich Grillo (1825 - 1888).

Die Anfänge der Schachtanlage 3/4/9 gehen in das Jahr 1871 zurück, als im östlichen Feldteil der dritte Schacht abgeteuft wurde. Drei Jahre später begann die Arbeit an Schacht 4. Mit der Förderaufnahme 1896 blieben diese beiden Schächte über 20 Jahre die Hauptförderschächte von "Consol" - wie die Zeche immer noch im Volksmund genannt wird. Ihr rasanter wirtschaftlicher Aufschwung stimulierte auch die weitere Stadt- und Bevölkerungsentwicklung in Bismarck.

1913 förderten 7.000 Beschäftige fast zwei Millionen Tonnen Kohle. Die erfolgreiche Förderung führte zu einem weiteren Ausbau der Zeche. Nachdem in anderen Feldteilen bereits weitere Schächte abgeteuft worden waren, begann man 1915 mit den Arbeiten an Hauptförderschacht 9. Aber der Erste Weltkrieg und die wirtschaftlich instabile Nachkriegszeit verhinderten einen weiteren Ausbau, erst 1922 konnte das Doppelstrebengerüst errichtet werden. Es galt als Vorbild für die später gebauten Gerüste über Zollverein Schacht 12 in Essen-Katernberg und Schacht Pluto-Wilhelm in Herne-Wanne.

Die Schachtanlage Consolidation 3/4/9 blieb weitestgehend von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verschont und erreichte mit dem Ausbau der Hauptförderanlage Schacht 4 Ende der 1950er Jahre ihre größte wirtschaftliche Bedeutung. Dem intensiven Ausbau von "Consol" in der Nachkriegszeit folgte ein ebenso rasanter Abbruch der übertägigen Betriebsanlagen. Am spektakulärsten waren der Abriss des 87 Meter hohen Betonförderturms über Schacht 3 und die Sprengung des Kohlebunkers 1995. Nach über 120 Jahren war 1997 das Ende der Kohleförderung auf "Consol" besiegelt.

Im Rahmen des Stadtteilprogramms Gelsenkirchen-Bismarck/ Schalke-Nord, das 1995 unter Federführung von Montan-Grundstücksgesellschaft mbH (MGG), Deutsche Steinkohle AG (DSK), der Stadt Gelsenkirchen und des Stadtteilbüros begonnen wurde, konnten mehrere, insbesondere stadtteilprägende Zechenbauten erhalten werden. Dazu gehören u.a. das stählerne Fördergerüst über Schacht 9 (heute Standort der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur) und ein - im Ruhrgebiet selten gebautes - Betonfördergerüst über Schacht 4 aus dem Jahr 1958. Der noch vorhandene Gebäudebestand wurde einer neuen Nutzung zugeführt. Der neue "Kulturraum Consol" präsentierte sich zur ExtraSchicht im Juni 2006 zum ersten Mal in seiner Gesamtheit. Nach mehr als zehn Jahren Planungs- und Bauarbeif ist die Sanierung des ehemaligen Zechengeländes Consolidation 3/4/9 im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck jetzt weitgehend abgeschlossen. Entstanden ist eine einmalige Zusammenstellung von Industriedenkmalen, modernen Kunstinstallationen sowie neuen soziokulturellen Wirkungsstätten, insbesondere für Jugendliche.

Sieben Schauplätze prägen das weitläufige, landschaftlich reizvolle Areal:
1. das Consol Theater in der Lüftermaschinenhalle und dem Lüftergebäude des Schachtes 3/4 mit einem Programmangebot, das seinen Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendtheater legt. (Consol Theater, Bismarckstr. 240, 45889 Gelsenkirchen, Fon 02 09 | 9 88 22 82, www.consoltheater.de)
2. das Consol4 als "Haus im Haus" in der Fördermaschinenhalle, das im August 2005 als Proberaumzentrum für musikalische Nachwuchstalente eröffnet wurde
3. der Consolpark mit vielen Erholungsflächen und einer Trendsportanlage speziell für Jugendliche
4. die Maschinenhalle Nord mit Kunstinstallationen des 2003 verstorbenen Gelsenkirchener Künstlers Werner Thiel, die eine einzigartige Sammlung von Artefakten aus dem Bergbau darstellen. Seit 1980 sammelte der Künstler Werner Thiel (1927-2003) über seine eigenen fotografischen und zeichnerischen Arbeiten hinaus auf zahlreichen zum Abriss bestimmten Ruhrgebietszechen Artefakte und Relikte bergmännischer und industrieller Arbeit. Daraus schuf er vielfach wechselnde, sehr originell Kunstinstallationen im In- und Ausland. Die erste entstand in der Künstlerzeche "Unser Fritz" in Herne, wo auch sein Atelier war. (Öffnungszeiten: samstags u. sonntags 12 - 18 Uhr; Gruppen nach Vereinbarung Fon 02 09 | 169-9106)
5. die Maschinenhalle Süd mit der einzigen öffentlich zugänglichen Dampfdruck-Fördermaschine im Ruhrgebiet, die vom "Initiativkreis Bergwerg Consolidation" in Stand gesetzt und wieder in Betrieb genommen wurde. Diese Dampfmaschine ist von besonderem historischen Wert, da sie eine der letzten ist, die im Ruhrgebiet installiert wurden und darüber hinaus die größte, die von der Herstellerfirma (GHH) je gebaut wurde. Weitere Infos und Führungstermine unter www.ib-consolidation.de.
6.  der Consolplatz mit einer großen Open-Air-Bühne und
7.  der Quartiersplatz als Areal für Freiluftveranstaltungen

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