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LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum-Hordel
Fon 02 34 | 6100-874
www.zeche-hannover.de
                                              

Geodaten
RVR-Geodatenserver
                                              

Öffnungszeiten
April - Oktober
Mi - Sa 14 - 18 Uhr, 
So 11 - 18 Uhr
Für angemeldete Gruppen mit Führung ganzjährig
Di - Sa 9 - 18 Uhr
                                              

Industriegeschichtliche Führungen
Mai - Oktober So 12 u. 15 Uhr

Erlebnisführung mit Schauvorführung der historischen Fördermaschine
Gruppenführungen und museumspädagogische Programme "Zeche Knirps" jederzeit auf Anfrage
                                              

ÖPNV
Von Bochum Hbf oder Wanne-Eickel Hbf mit Bus 368 bis "Hannoverstraße";
von Wattenscheid-Höntrop S-Bf mit Bus 390 bis "Röhlinghauser Straße";
von Herne Bf mit Bus 390 bis "Dahlhauser Straße" (jeweils 5 Minuten Fußweg)
                                              

Aktuelle Veranstaltungen finden Sie in route aktuell.
                                              

Download
Faltblatt Industrienatur
                                              

Informationen über die Mietung von Räumlichkeiten finden die hier.

Themenroute 8 - Erzbahn-Emscherbruch

Zeche Hannover I/II/V

© RIK/ Guntram Walter
Ein einmaliges Ensemble von Malakowturm und Maschinenhaus mit Dampfmaschine steht auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Hannover und ist als Standort des LWL-Industriemuseums für Besucher zugänglich. Im Jahr 1856 hatte die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Horstmann & Co. die Grubenfelder in der Bürgermeisterei Hordel erworben und eine Doppelschachtanlage angelegt: zwei Malakowtürme mit einem dazwischen liegenden Maschinenhaus. Zwei Jahre nach Förderaufnahme, 1872 kaufte Alfred Krupp (1812 - 1887) die bis dahin unbedeutende Zeche und baute sie bis 1908 zu einer Großzeche aus. Zum Werksdirektor wurde Friedrich Koepe ernannt, er behielt diesen Posten bis 1889.

Mit seinem Namen verbindet sich eine neues Förderverfahren, das 1877 von ihm entwickelt wurde und eine Revolution in der Bergbautechnik darstellte. Koepe ersetzte die bis dahin übliche Trommel, auf der das Seil aufgewickelt wurde, durch eine Treibscheibe. Durch die Reibung zwischen Seil und Scheibe wurden die an den Seilenden hängenden Förderkörbe auf und ab bewegt. Um das Seilgewicht auszugleichen hing ein Unterseil unter den Körben. Bis zur Jahrhundertwende entwickelte sich das Koepe-Verfahren weltweit zum Standard der Tiefbauzechen. Auf der Zeche Hannover wurde es nach einer ersten Versuchsphase jedoch erst im Jahr 1888 mit der neuen Förderanlage für Schacht 2 realisiert. Dabei stellte Koepe die antreibende Dampfmaschine aber nicht mehr separat in das Maschinenhaus (Flurförderung), sondern versetzte sie in die Spitze des Förderturms (Turmförderung). Die neue Fördermaschine von Schacht 2 war somit die erste Turmfördermaschine mit Koepe-Förderung.

Im Juli 1899 erwarb Krupp die Nachbarzeche Hannibal und richtete in Bochum-Hordel eine gemeinsame Zechenverwaltung ein. 1905 wurde Schacht 5 der Zeche Hannover in Betrieb genommen. Er lag nur 50 Meter nördlich der Schachtanlage Hannover 1/2. Ausgestattet war der Schacht mit einem modernen Doppelstrebengerüst im Stahlfachwerkbau und zwei gegenüberliegenden Förderanlagen. Eine neue Kohlenwäsche, eine große Kokerei und ein Kraftwerk zur Elektrizitätserzeugung vollendeten den Ausbau der Schachtanlage Hannover 1/2/5 zur modernen Großzeche. Der wirtschaftliche Aufschwung in der Rüstungsindustrie ab Mitte der 1930er Jahre führte zu neuen Investitionen auf der Zeche Hannover. Zur Leistungssteigerung ließ Krupp 1939 den Malakowturm über Schacht 2 abreißen und durch einen doppelt so hohen Fördertum in Stahlfachwerkbauweise ersetzen. Infolge der Kriegswirtschaft blieb die Förderanlage zunächst aber unvollendet.

Im Rahmen der alliierten Maßnahmen zur Entflechtung des Krupp-Konzerns nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Bochumer Zechen Anfang 1954 zur Steinkohlenbergwerk Hannover-Hannibal AG umgewandelt, die im selben Jahr die angrenzende Zeche Königsgrube erwarb. Die bis 1964 erfolgte Konzentration der Förderung auf den modernisierten Hannover Schacht 2 und der Verbund mit den Zechen Mont Cenis und Vereinigte Constantin der Große konnten jedoch nicht verhindern, dass 1973 infolge der anhaltenden Absatzschwäche die Zeche Hannover als letzte Bochumer Schachtanlage stillgelegt.

Anfang der 1980er Jahre erfolgte der Abbruch der meisten Tagesanlagen der Zeche. Vom Abriss verschont blieb der Malakowturm über Schacht 1 von 1857 mit Maschinenhalle und die Dampffördermaschine – vermutlich die älteste am Originalstandort erhaltene des Ruhrgebiets- sowie das Grubenlüftergebäude von 1929. Sie konnten als Industriedenkmäler erhalten und 1981 in das LWL-Industriemuseum eingegliedert werden.

Mit seiner einzigartigen Lage zwischen vorindustriellem Gutshof, ehemaliger Konsumanstalt, Umspannwerk, Halden, Bahntrassen und Siedlungen bietet das Denkmal Zeche Hannover die einmalige Möglichkeit, Industrialisierung und Stukturwandel, Landschaftsveränderung und Verstädterung auf einem Blick zu erfassen. Kleingärten als neue Nutzungen sowie ein Naturschutzgebiet um Bergsenkungsgewässer zeigen, wie sich als Folge des Bergbaus das Landschaftsbild abermals gewandelt hat. Ein weiterer Aspekt von Industrienatur findet sich auf dem benachbarten Gelände der ehemaligen Zeche Königsgrube in Herne, deren Tagesanlagen vollständig abgerissen wurden. Hier entstand der Park Königsgrube als verbindende Grünfläche zur Nachbarstadt Bochum.

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