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Zeche Unser Fritz 1/4
Unser-Fritz-Straße
44653 Herne-Unser Fritz
                                              

Kontakt
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Emscherallee 11
44369 Dortmund
Fon 0231 | 93 11 22-0
www.industriedenkmal-stiftung.de
                                              

Geodaten
51° 32' 24" N 7° 8' 6" O
                                              

ÖPNV
Von Wanne-Eickel Hbf mit Bus 328 oder 329 bis " Alleestraße"
                                              

Tipp
Direkt gegenüber dem Gelände an der Unser-Fritz-Straße 176 befindet sich die ehemalige Jänkner' sche Villa des damaligen Kokerei-Direktors von Unser Fritz. Das mit Gründung der Zeche um 1871 gebaute Gebäude seht seit 2000 unter Denkmalschutz. Aus der Zeit um 1906 ist im Innern des Gebäudes noch eine große, zweigeschossige Eingangshalle mit Holzvertäfelung erhalten. Von 1912 stammt noch der alte Hauseingangsbereich, der Fliesenbelag und die originale Dielentür.

1959 wurde das Gebäude von der Bergwerksleitung dem von Angestellten des Bergwerks gegründeten "Kasinoverein Harmonie Unser Fritz" e.V. auf Mietbasis zur Verfügung gestellt. Ziel dieser Förderung durch die Betiebsleitung war es, eine Verbesserung des Betriebsklimas durch gemeinsame Kultur- und Freizeitaktivitäten zu erreichen. Der Kasinogarten wurde in den 1960er Jahren mit Schwimmbad, Tennisplatz und Kegelbahn ausgestattet. Heute ist der Verein, der nicht mehr nur ehemaligen Betriebsangehörigen offen steht, Eigentümer der Villa und des Gartens. Zielsetzungen des Kasinovereins sind u.a. die Förderung und Pflege des bergmännischen Brauchtums sowie die Durchführung und Organisation von Veranstaltungen, kulturellen Fahrten und Wanderungen für verschiedenste Traditions- und Heimatgruppen. Eine Kasinogastronomie sorgt für das leibliche Wohl nicht nur der Vereinsmitglieder: Öffnungszeiten: Dienstags bis Samstags von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr, sonntags 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr

In unmittelbarer Nachbarschaft der Villa befindet sich das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Unser Fritz (Unser Fritz Straße 182/Alleestraße 2). Das vermutlich ebenfalls um 1871 entstandene Gebäude wurde 1907 erheblich erweitert und mit Jugendstilelementen versehen. Auf die frühere Funktion des H Hauses verweisen insbesondere die bergmännischen Wappen "Schlägel und Eisen", die sich an der Fassade und in den Türgittern befinden. Heute sind die ehemaligen Verwaltungsräume in private Wohnbereiche aufgeteilt.

Themenroute 8 - Erzbahn-Emscherbruch

Zeche Unser Fritz 1/4

© RIK/ R. Budde
Von den dreizehn Malakowtürmen, die im Ruhrgebiet erhalten werden konnten und heute als wichtige Dokumente der Bergbaugeschichte unter Denkmalschutz stehen, erinnert einer an die ehemalige Zeche Unser Fritz in Herne-Wanne. Er ist auf dem ehemaligen Betriebsgelände der einzige verbliebene bauliche Zeugen der Anlage. Bei der Namensgebung der Anlage stand der dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern entstammende Friedrich III. (1831 - 1888) Pate, der nur 99 Tage als deutscher Kaiser und König von Preußen regiert hat. Schon als Kronprinz war er wegen seiner liberalen Einstellung allgemein beliebt gewesen und wurde deshalb "Unser Fritz" genannt.

In der Emscherniederung, nördlich der Zechen aus der ersten Gründungsphase, gründeten der Kaufmann Friedrich Grillo, der Bankier Ludwig von Born und der Bergwerksfachmann Wilhelm Hagedorn 1871 die Zeche und legten den Schacht 1 (Sophie) an, über dem der Malakowturm errichtet wurde. Mit seinen vieleckigen Treppentürmen, die als Fluchtwege dienten, und den Strebepfeilern gleicht er dem Malakowturm des Bergwerks Ewald in Herten. Wie zu dieser Zeit üblich, war er im Innern mit einer Stahlkonstruktion für die Seilscheibengerüste und Verstrebungen ausgestattet. 1890 wurde über dem alten Malakowturm am Schacht 1 ein eisernes Fördergerüst errichtet und zugleich eine leistungsstarke Fördermaschine aufgestellt. Diese auffällige Konstruktion wurde erst 1970 abgerissen und der Turm mit einem neuen Dach versehen. Zwischen 1908 und 1910 wurde der Doppelschacht 4 abgeteuft. Schacht 1 diente nun als Wetterschacht. 1911 entstanden noch eine Kokerei mit zwei Batterien zu je 60 Koppers-Regenerativöfen einschließlich Nebengewinnungsanlagen und 1913 eine Benzolfabrik. Am 1914 fertiggestellten Rhein-Herne-Kanal wurde ein eigener Hafen angelegt und durch eine Werksbahn mit der Verladung auf 1/4 verbunden.

Im Zuge der Wirtschaftskrise und daraufhin erfolgenden Rationalisierungsmaßnahmen Mitte der 1920er Jahre wurde zunächst der Betrieb der Kokerei eingestellt, am 30. November 1928 folgte die Stilllegung des gesamten Grubenbetriebes. Das Grubenfeld kam 1929 an die Schachtanlage Consolidation in Gelsenkirchen. 1938 erfolgte die Zusammenfassung zu einer Betriebseinheit. Die Schächte der Zeche Unser Fritz dienten fortan nur zur Seilfahrt, zum Bergeversatz und zur Wetterführung. Nach Gründung der Ruhrkohle AG wurden die Schachtanlagen Consolidation/Unser Fritz und Pluto 1970 zu einer Werksdirektion zusammengefasst. Die letzte Seilfahrt fand am 2. Oktober 1993 statt. 1995 wurden die Schächte verfüllt.

Als einzige noch erhaltene Anlage auf dem Gelände Unser Fritz 1/4 befindet sich der Malakowturm heute in der Obhut der Dortmunder Stiftung Industriedenkmalpfege und Geschichtskultur. Auf dem brachliegendem Gelände soll in Zukunft eine gewerbliche Nutzfläche entstehen.

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