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Kläranlage Rellinghausen
St. Annental 55
45134 Essen-Rellinghausen
                                              

ÖPNV
Von Essen Hbf mit Bus 155 oder 156 bis "Annental"

Themenroute 12 - Geschichte und Gegenwart der Ruhr

Kläranlage Rellinghausen

© Ruhrverband
In Essen-Rellinghausen wurde ein Stück Geschichte der Abwasserreinigung geschrieben - und das hat sehr viel zu tun mit einem Mann namens Karl Immhoff. Er war ein bedeuten-der Pionier der Abwassertechnik im Ruhrgebiet. Anfang der 20er Jahre reiste er nach England und Amerika, um sich in Fachkreisen über die neuesten Forschungen auszutauschen. Als er wiederkam, wollte er seine neuen Erkenntnisse sofort ausprobieren: Abwasserreinigung mit belebtem Schlamm. Man muß dabei bedenken, dass die Ruhr damals unvergleichlich viel dreckiger war als heute. Abwässer gingen fast ungeklärt oder nur durch einen Rechen gereinigt in den Fluß. Man brauchte also dringend eine verbesserte Reinigungstechnik. Immhoff baute zunächst in einem Versuchslabor nach, was er unterwegs gesehen hatte. Der Grundgedanke war, Bakterien, die in der Natur auch vom Schmutz im Fluß lebten, in großer Zahl zu züchten und dann die Arbeit tun zu lassen. Die Bakterien selbst, also der belebte Schlamm, sollten auf biologische Weise die Reinigung vornehmen.

Wie revolutionär dieses Verfahren damals war, sagt uns der alte Klärmeister von Rellinghausen: "Unser Chef kommt sehr oft zur Anlage herunter, sitzt stundenlang vor seiner Versuchsanlage, nimmt Proben, beobachtet, vergleicht und registriert. Keiner darf ihn stören. Er läßt das geklärte Abwasser mit Leitungswasser gemischt durch einen Bottich laufen, in dem Schleie eingesetzt sind. Die Fische überleben. Desgleichen ist noch nie dagewesen."

So wurde Rellinghausen die erste Belebungsanlage auf dem europäischen Kontinent. Sie ist zwar mehrfach umgebaut und erweitert worden, doch sieht sie noch sehr ähnlich aus wie 1925.

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