BOGESTRA-Hauptverwaltung
Am 23.11.1894 fuhr in Bochum die erste elektrische Straßenbahn nach Herne. Bereits im Jahr darauf folgte eine Linie von Gelsenkirchen nach Bismarck. Diese Siemens-Bahn ging nach Gründung der Bochum-Gelsenkirchener-Straßenbahn-Aktiengesellschaft (BOGESTRA) im Jahre 1896 auf diese über, wobei Siemens bis 1908 weiterhin für Bau und Betrieb zuständig blieb. In den folgenden Jahren wurden die Netze in Bochum und Gelsenkirchen rasch ausgebaut.
In den 1920er Jahren entschloss sich die Gesellschaft zum Bau einer zentralen Verwaltung in Bochum mit neuem großem Wagendepot, für das die Stadt Bochum an der heutigen Universitäts-/ Oskar-Hoffmann-Straße ein 1,4 ha großes Gelände zur Verfügung stellte. Die Planung des Baus wurde dem renommierten Bochumer Architekten Heinrich Schmiedeknecht übertragen.
Die Wagenhalle der BOGESTRA mit zehn Gleisen für (damals) 200 Wagen nahm mit fast 1.000 m² Fläche ca. Zweidrittel des gesamten Grundstücks ein. Von dieser ausgedehnten Halle war von der Straße aus nur die Zufahrt sichtbar. Der Gesamteindruck der BOGESTRA wird beherrscht von dem zentralen Verwaltungsbau, dessen in der Front versetzte Baukörper symmetrisch angeordnet sind. Sie sind zwar unterschiedlich hoch, aber alle flach gedeckt mit stark profilierten Abschlussgesimsen. Die Anlage galt und gilt noch heute als eines der qualitätvollsten expressionistischen Architekturbeispiele in Nordrhein-Westfalen.
Mit Eröffnung des in den Jahren 2003-05 an der Essener Straße errichteten Straßenbahnbetriebes Engelsburg hatte die Wagenhalle an der Universitätsstraße ihre Funktion verloren und wurde inzwischen abgerissen. Auf dem Areal der ehemaligen Zeche Engelsburg sind außerdem die frühere Straßenbahnhauptwerkstatt Gerthe, die Ausbildungswerkstatt und der ehemalige Bauhof Hamme eingezogen.
BOGESTRA-Hauptverwaltung
Universitätsstr. 58
44789 Bochum
Fon 02 34 | 30 30
oder 02 34 | 3 03 30 45
ÖPNV
Von Bochum Hbf ca. 10 Minuten Fußweg oder mit U-Stadtbahn U35 oder mit Bus 349, 353, 354, 365, 394 bis "Oskar-Hoffmann-Str."
Tipps
Die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e.V. (VhAG) hat in liebevoller Kleinarbeit zwei historische Triebwagen der BOGESTRA betriebsfähig restauriert. Die Fahrzeuge werden zu besonderen Anlässen eingesetzt oder können für private Fahrten auf dem Meterspur-Netz des Ruhrgebiets angemietet werden. Über die Arbeit an den Fahrzeugen hinaus hat die VhAG die wechselvolle Geschichte der BOGESTRA und ihrer Vorgängerbahnen erforscht und bei verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.
Info: Verkehrshisorische Arbeitsgemeinschaft der BOGESTRA, Fon 02 34 | 3 03 23 15
Am Castroper Hellweg in Bochum-Gerthe befinden sich Wagenhallen und die ehemalige Direktorenvilla der 1907 gegründeten Kleinbahn Bochum-Gerthe-Harpen, aus der später die Westfälische Straßenbahn hervorgegangen war. 1931 übernahm die BOGESTRA diesen Komplex, der ihr von 1971 bis 2005 als Straßenbahn-Hauptwerkstatt diente.