Mit dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals 1899 und des Rhein-Herne-Kanals 1914 mit ihren zahlreichen Hafenanlagen bot sich auch für den Bochumer Verein die Möglichkeit, über eine Hafenbahn Anschluss an den Wasserweg zu erhalten. Vom Hafen Grimberg wurde eine Anschlussbahn gebaut, die bereits vorhandene Reichs- und Privatbahnstrecken überqueren musste. Daher war ein bis zu 15 m hoher Damm mit entsprechenden Durchlässen und Brücken erforderlich.
Der nördliche Bauabschnitt zwischen dem "Schalker Verein" und dem Hafen Grimberg war bereits 1912/13 fertig. Zeitgleich war auch der südliche Anschluss im Bau. Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch durch den Ersten Weltkrieg und die Inflationsjahre bis 1929. Von da an bezog der Bochumer Verein die benötigten Erze vollständig über den Rhein-Herne-Kanal. Dabei verlief die Trasse der "Erzbahn" über die Anlagen der Zeche Vereinigte Carolinenglück zum Werksgelände des Bochumer Vereins.
Nachdem 1966 der Krupp-Konzern den Bochumer Verein übernommen hatte, endete die Roheisenerzeugung im Werk zwei Jahre später. Damit verlor die Erzbahn ihre Funktion und wurde in ihrem südlichen Abschnitt stillgelegt. Zuletzt wurde der ältere nördliche Abschnitt für Fahrten von Kohlezügen von der Zeche Consolidation zur Kokerei Zollverein genutzt.
Die gesamte Trasse der Erzbahn sowie der westlich anschießenden Kray-Wanner-Bahn wurde in den letzten Jahren vom Regionalverband Ruhr als Rad- und Wanderweg ausgebaut. Damit wurde eine kreuzungsfreie, attraktive Grünverbindung vom Westpark Bochum mit der Jahrhunderthalle bis zum Rhein-Herne-Kanal sowie zum Welterbe Zollverein in Essen-Katernberg geschaffen. Bemerkenswert sind die zahlreichen Brücken unterschiedlicher Bauart an der Erzbahn. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie alle noch erhalten, darunter befinden sich einige, technisch interessante Raritäten. Zu nennen sind besonders die Brücken im Bereich der Günnigfelder Straße und die Pfeilerbahn parallel zur Ostpreußenstraße in Gelsenkirchen. Insgesamt bieten die 15 Brücken bzw. Brückenzüge der Erzbahn und zahlreiche weitere Brücken in ihrem Umfeld an unmittelbar anschließenden oder parallel verlaufenden Bahnstrecken eine ideale Übersicht über die Brückenbautechnik seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.