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Diese Themenroute gibt es auch als Broschüre im Online Shop des RVR.

     

Zeche Königsborn 3/4
Zechenstraße
59199 Bönen-Altbögge
                                              

Geodaten
51° 35′ 29″ N, 7° 45′ 1″ O
                                              

Weitere Infos
Bürgerstiftung Förderturm
Am Bahnhof 7
59199 Bönen
Deutschland
Fon 0 23 83 | 41 56
www.foerderturm-boenen.de
                                              

ÖPNV
Von Unna oder Hamm mit RegionalExpress RE4 oder RE7 bis Bönen, dann mit Bus 198 oder 199 bis "Marktplatz"

Themenroute 16 - Westfälische Bergbauroute

Zeche Königsborn 3/4

© RIK/ Guntram Walter
Schon von weitem sichtbar ist der Förderturm über Schacht 4 der ehemaligen Zeche Königsborn und seine markante Gestaltung weist auf die Zeit seiner Entstehung hin: Er ist ein typisches Beispiel für die Architektur der 1920er Jahre. Aus der kubischen Schachthalle heraus erhebt sich der Quader des Förderturms, errichtet aus rotem Ziegel. Hell abgesetzte, hochrechteckige Fenster, zum Teil mittig, zum Teil eckbetont, setzen starke vertikale Akzente. Alfred Fischer, einer der bedeutenden Architekten des Ruhrgebiets und von 1911 bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten 1933 Leiter der Kunstgewerbeschule in Essen (später Folkwangschule), hat diesen Turm für die Schachtanlage 3/4 der Zeche Königsborn gebaut. Aber nicht nur die Architektur, die den Übergang zum Funktionalismus darstellt, macht diesen Turm interessant, sondern er zählt auch zu den wenigen Fördertürmen, die in den 1920er Jahre gebaut wurden. Darüber hinaus galt er den meisten modernen Fördertürmen als Vorbild.

Die Anfänge der Zeche Königsborn liegen im 19. Jahrhundert. 1881 nahm der erste Schacht, zehn Jahre später der zweite die Kohlenförderung auf. Die Schachtanlage 3/4 in der Gemarkung Altenbögge entstand ab 1899 und war 1904 mit beiden Schächten betriebsbereit. Bald darauf wurde den Königsborner Kumpel die schwere Arbeit unter Tage etwas erleichtert, denn ab 1908 konnten sie mit Drucklufthämmern der Kohle zu Leibe rücken. Damit hatten sie ihren Kollegen einiges voraus, denn sie waren die ersten, die im deutschen Bergbau in diesen "Genuss" kamen. Immer wieder modernisiert und erweitert wurde bis 1981 auf Königsborn Kohle abgebaut.

Als einziges verliebenes Relikt der Zeche am östlichen Rand des Reviers ist Königsborn Schacht 4 heute zusammen mit seinem westlichen Pendant, dem Förderturm von Rossenray am Niederrhein, Teil des Kunstprojektes "Yellow Marker" des Licht-Künstlers Mischa Kuball. Als Ost- und Westpole der Route der Landmarkenkunst definiert der Künstler die 80 km entfernt voneinander liegenden Fördertürme als "Leuchttürme" mit jeweils zwei gelb leuchtenden Lichtrohren.

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