Siedlungen Niederberg - Alte und Neue Kolonie
1917 begann die Niederrheinische Bergwerksgesellschaft gleichzeitig mit dem Förderbeginn ihrer Zeche Niederberg östlich davon mit dem Bau der Bergarbeiterhäuser der sog. "Alten Kolonie". Die 1 1/2- und 2-geschossigen Mehrfamilienhäuser erentstanden vorwiegend für angeworbene Bergleute aus Oberschlesien. Die drei unterschiedlichen Haustypen in Ziegelbauweise mit traditionalistischen und expressionisischen Stilelementen bezüglich der Eingangsbereiche und Dachformen sind eingebettet in eine gartenstädtische Anlage. Im südlichen Bereich wird die vielfältige Bebauung der Kolonie von Sonderbauformen für Beamtenfamilien bereichert.
Unmittelbar südlich der Zeche entstand zwischen 1926 und 1930 die "Neue Kolonie". Die 2-geschossigen Mietshäuser sind hier in Wohnblöcken angeordnet. Trotz des städtischen Siedlungsbaus wurde hierbei aber nicht die Idee der Gartenstadtbewegung aufgegeben. Die betonten Hauseingangsbereiche an der Hofseite, die zu jeder Wohnung gehörenden Ställe, ehemals für Kleinvieh, in langen Reihen in der Mitte der Höfe zusammengefasst, und die Grünflächen bewirken nach außen abgeschlossene Wohnhöfe, in denen sich auch heute noch das Leben der Bewohner abspielt.
Die Ziegelbauweise dieser Kolonie wie der späteren Bauten der "Alten Kolonie" kann unter die Beispiele zur Wiederbelebung der niederrheinischen Backsteinbaukunst fallen.