Diese Themenroute gibt es auch als Broschüre im Online Shop des RVR.
Westpark
Alleestraße / Gahlensche Straße Bochum-Stahlhausen
ÖPNV Vom Hauptbahnhof Bochum (U-Stadtbahn-Ebene) mit Straßenbahn 302 oder 310 bis "Bochumer Verein/Jahrhunderthalle Bochum", mit Bus 345 vom Bahnhofsvorplatz bis "J.-Mayer-Straße/Jahrhunderthalle"
Mit dem Projekt "Innenstadt West" wurde eines der letzten großen Areale ehemals schwerindustrieller Nutzung in zentraler Lage Bochums wiedergewonnen. Eine jahrzehntelang für Werksfremde "verbotene Stadt" öffnet ihre Tore, ein zentrumsnahes Stadtquartier soll hier neu entstehen. Mit dem Bau des ringförmigen Stadtparks rund um die Jahrhunderthalle wurden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt: Die Bewältigung der Bodenkontamination ist in das Gestaltungskonzept integriert, das durch die Industrieentwicklung belastete Standortimage wird durch den neuen Park aufgewertet und macht ihn interessant für Investoren, der öffentliche Park bietet den Aufsichtsrahmen auf eine Erlebnislandschaft mit der Jahrhunderthalle als Mittelpunkt und die umliegenden Wohnquartiere erhalten einen neuen Naherholungsbereich. Von den Hochpunkten des neuen Parks eröffnen sich zudem herausragende Fernsichten über das Bochumer Stadtgebiet.
Der in den Jahren 1999 bis 2007 in mehreren Bauabschnitten entstandene Park ist die vorerst letzte Schichtung auf einem Terrain, auf dem zuvor 150 Jahre lang Roheisen und Stahl hergestellt wurde. Das Gelände wurde mehrfach drastisch überformt, Anlagen, Gebäude und Transportstrecken wurden gebaut, abgerissen und neu errichtet. Die Reststoffe, große Mengen an Schlacke, verblieben am Ort und wurden in Gründungen und Überdeckungen eingebaut. Nach dem Abriss der meisten Produktionsanlagen verblieb eine terrassierte Landschaft mit beeindruckenden Industriebauten. Über dem Niveau der Stadt von 70 m üNN folgen in 10 Meter Sprüngen zwei Höhenschichten. Wie ein Krater liegt im Zentrum die 80 m - Ebene auf der die Jahrhunderthalle, die ehemalige Kraftzentrale des Werks thront. Darüber, auf der 90 m - Ebene ein breiter Geländesaum, auf der sich früher im Norden die Hochöfen und im Süden das Siemens-Martin-Stahlwerk befanden. Steinerne Böschungen und weiche Geländemodellierungen verbinden die drei Niveaus. Der Entwurf des neuen Westparks präpariert die vorgefundenen Geländestruktur heraus, überhöht sie an einigen wenigen Stellen und verbindet mit Rampen, Treppen und Brücken. Von der U-Bahnstation an der Alleestraße führt eine breite Treppenrampe hinauf auf die 90 m Ebene. Vom Wohngebiet und Parkplatz im Westen führt gelangt man über einen langen bequemen Anstieg zur Jahrhunderthalle auf das mittlere Niveau. Eine Brücke von 70 m Länge, die Nordpolbrücke, überspannt zwischen Nordpol und Colosseum das neue Tor zum Park.